INFORMATION zur J.K.A. WM 1996 in Athen

Dem Team des Karate Dojo Mönchengladbach wurde der Start
bei der J.K.A. Weltmeisterschaft 1996 in Athen verweigert.

Das Team des Dojo MG in Athen, Griechenland


Brief von Peter Brockers an den DKV-Präsidenten Hantzsche vom August 1996
(Dieser Brief blieb bis heute ohne jegliche Stellungnahme)


Sehr geehrter Herr Hantzsche,

mit Befremdung und Bedauern muß ich feststellen, wie Sie als Vorsitzender eines großen deutschen Karate
Verbandes die Einheit und Zusammengehörigkeit der deutschen Karate-Sportler im Ausland gefördert haben.
Sie haben durch Ihr Verhalten dazu beigetragen, daß meine deutschen Sportler und ich mich schämen mußte, ein Deutscher im Ausland zu sein.
Wie Sie wissen, habe ich als Erster die Repräsentanz der neuen JKA in Germany von den Japanern zugesagt bekommen. Es wurde mir von Herrn Asai schriftlich bestätigt, daß der Kobudo Verband NRW nun JKA Germany ist.
Nach langen Protesten meinerseits wurde mir von japanischer Seite bestätigt, daß wir nur mit Genehmigung des DKV starten könnten.
Ihren Spruch: "Wenn Ihr startet, startet der DKV nicht!" spricht ja für sich und für die Fähigkeit, den deutschen Karatesport im Ausland zu vertreten.
(Südafrika nahm mit zwei Verbänden, JKA Dorfman und JKA Robinson, teil.)
Thomas Werner, der in Frankfurt bei Karamizos trainiert, ist Mitglied im DKV, ebenso mein Sohn Markus Brockers. Deshalb weise ich Ihre ironischen Anspielungen energisch zurück.
Das Dojo Mönchengladbach ist eines der ältesten Vereine des DKV in Deutschland. Seit ca.30 Jahren gehöre ich dem DKV als Karatepionier an und habe hier in NRW den Karatesport mit aufgebaut.
Nun werde ich von einem von Vorurteilen belasteten Präsidenten des DKV beschuldigt, ein Lügner zu sein, weil man einschlägiges Aktenmaterial über meine Person archiviert habe.
Nur Horst Handel, Frank Nowak und ich wurden von der JKA als int. Instruktoren bei Meister Nakayama von 1970 bis 1972 in Japan ausgebildet.
Nach meiner Rückkehr wurde meine Prüfung zum 3. Dan vom DKB verleugnet und erst nach 18 Jahren dann wieder anerkannt.
Seit 1968 bin ich als Prüfer für den DKB immer im Einsatz, um den Karatesport hier in NRW weiter zu
verbreiten.
Laut Ihren Aussagen kennen Sie mich ja nur aus den Akten. Persönlich haben Sie nie etwas mit mir auf Karateebene zu tun gehabt, deshalb spreche ich Ihnen jede Kompetenz mir gegenüber im Karate ab.
Ihnen hätte es besser gestanden, sich dafür einzusetzen, daß wir gemeinsam für Deutschland mit den Kindern und im Einzel gestartet wären.
Aber laut den Japanern haben Sie sich verleugnen lassen, obwohl ich Sie in einem Gespräch darum gebeten habe, zogen Sie es lieber vor, sich aus der Affäre zu ziehen und die Schuld den Japanern zu geben.
Wir haben bis zum Schluß der Konferenz auf Ihre Zustimmung gewartet. Die deutschen Sportler, die mit in Athen waren, sind durch viele int. Turniere erprobt und hätten sich den Start bei dieser WM sicher verdient.
Aber der Präsident des DKV lehnte es ab, uns als eine deutsche Einheit starten zu lassen, obwohl etliche DKV Sportler damit einverstanden waren, gemeinsam für Deutschland an den Start zu gehen.
Durch Ihre Entscheidung sind uns ca. 8500 DM Schaden entstanden.
Wenn der Nachweis aus Japan bzgl. der von uns gezahlten Aufnahmegebühren erbracht worden ist und sich herausstellen sollte, daß wir eher die Mitgliedschaft der JKA hatten, werde ich unser Anwaltsbüro beauftragen diese Summe einzuklagen.
Ferner möchte ich Sie darauf hinweisen, daß Sie keinerlei Befugnis haben, irgendwelche Akten über meine Person anzulegen! Ich weise ich Sie hiermit an, mir sämtliches meine Person betreffendes Aktenmaterial umgehend zu zusenden, ansonsten werde ich diesbezüglich ebenfalls rechtliche Schritte einleiten.

Der DKV hat sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Skandalen zurückgehalten.
"Quo Vadis DKV?", so lautete doch die Headline einer Budo Zeitung.
Ich werde die Budo Zeitungen ebenfalls über den Vorfall in Athen informieren. So können sich andere ebenfalls ein Bild davon machen, wie der Präsident des DKV sich von Vorurteilen leiten läßt und die deutschen Sportler im Ausland im Stich lässt.

Ich erwarte Ihre Stellungnahme binnen 7 Tagen.


Mit freundlichem Gruß

Peter Brockers
JKA Germany
Kobudo Verband NRW 1990 e.V.

Vorsitzender

Anm..: Dieser Brief wurde nie beantwortet


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